Imkerei im Vergleich, ökologisch vs. konventionell imkern

Grundsätzlich gilt es beim Imkern zwischen konventioneller bzw. ökologischer Haltung zu unterscheiden. Nachfolgend findest Du eine Erklärung zu den Unterschieden.

Ökologisches Imkern

Definiert wird die ökologische Bienenhaltung dadurch, dass das Bienenvolk als ganzer Organismus angesehen wird. Dieser wird als “Bien” bezeichnet. Ein Volk kann nur überleben wenn alle Individuen zusammenspielen. Launen und Eigenschaften – egal ob positiv oder negativ – werden hier auf das ganze Volk übertragen. Wie andere Organismen können auch Bienenvölker sehr unterschiedlich sein. Ein Volk kann die Eigenschaft besitzen, die eigene Behausung mit seinem Kittharz so stark zu verkleben, dass man die Rähmchen nur noch ganz schwer bewegen kann, oder Früh- bzw Spätaufsteher zu sein. Wichtig ist zu wissen, dass jedes Volk uns wieder vor eine neue Aufgabe stellt, welche durch das individuelle Verhalten des Volkes/des Biens geprägt ist. Das ist genau der Grund, warum die Bienenhaltung so spannend und abwechslungsreich ist.

Ökologisch Imkern

Konventionelles Imkern

Konventionelles Imkern lässt auch als eine eher honigintensive Imkerei beschreiben, welche auf der Basis der Maximierung des Honigertrags entstanden ist. Den Bienen wurden speziell hierfür bestimmte Eigenschaften wie Sammeleifer angezüchtet. Durch den Einsatz von Mittelwänden und speziellen Beuten-Konzepten wurde die Ernte des Honigs weiter nach oben getrieben. Derzeit ist es beispielsweise immer noch an der Tagesordnung, dass Königinnen die Flügel gestutzt werden, um diese am Ausfliegen zu hindern. Die Beschneidung unterdrückt den natürlichen Fortpflanzungstrieb einer Biene, welchen diese nun nicht mehr ausleben kann. Durch das Verhindern von Schwärmen, sichert man sich eine hohe Honigernte und eine ungewollte Vermehrung. (Wir raten allerdings von dieser Methode ab)

Konventionelles Imkern

Kennzeichen der ökologischen Bienenhaltung

Die ökologische Bienenhaltung ist eine Überzeugung und spiegelt sich in jeder Handlung mit einem Bienenvolk wieder. Drei sehr wichtige Punkte kann man über die ökologische Imkerei sagen bzw. von der konventionellen Imkerei trennen.

Kennzeichen der ökologischen Bienenhaltung

1. Überwinterung auf eigenem Honig

Der eingetragene Honig ist der natürliche Essensvorrat des Biens, um Überwintern zu können. Neben Fruktose und Glukose besteht dieser aus unterschiedlichen Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren. In der konventionellen bzw.honigintensiven Imkerei wird der komplette Vorrat an Honig entnommen und durch Zuckerwasser ersetzt. Die enthaltene Saccharose kann zwar eingelagert werden, doch verlieren die Bienen alle wichtigen Inhaltsstoffe. Diese landen dann bei uns auf dem Frühstücksbrot.
Die ökologische Imkerei vertritt die Meinung, dass den Bienen ihre eigene eingebrachte Nahrung auch zusteht. Je nach Konzept des Imkers wird hier nur ein Überschuss an Honig aus einer Ernte entnommen. So wird lediglich so viel Honig geerntet, wie die Bienen an Überschuss produziert haben. Auf diese Weise profitieren alle davon: Wir Menschen können uns über den Überschuss freuen und diesen auf dem Brot genießen (ca. 15 kg im Jahr) und die Biene leidet nicht unter dem Mangel wichtiger Mineralstoffe und Vitamine.
Ein ökologischer Honig, ist ein Honig, welcher von Konzepten geerntet wird, bei welchen die Beinen zu 100 % mit ihrem eigenen Honig überwintern. Dies wird ganz besonders bei Konzepten im Hobbybereich wie der MyHoneyLounge gefördert.

Überwinterung auf eigenem Honig

2. Naturwabenbau

In der konventionellen Imkerei wird den Bienen ein zeitlicher Vorsprung gegeben indem Mittelwände eingesetzt werden. Mittelwände sind vorgefertigte Wachsplatten, welche in die Rähmchen eingearbeitet und in die Beute eingesetzt werden. Die Bienen erhalten auf diese Weise ein vorgegebenes Wabenwerk und brauchen kein eigenes Wabenskelett aufbauen.
In der ökologischen Imkerei dürfen und müssen die Bienen selbstbestimmt bauen. Das Wabenwerk wird in der ökologischen Haltung als integraler Bestandteil des Volkes angesehen.
Eine Biene wird kein Wabenwerk vorgeben, welches den Bienen schlechte Bedingungen aufzwingt wie beispielsweise Zellengröße oder schlechte Kommunikation über Vibration.
Das Bienenvolk sollte daher selbstbestimmt sein eigenes Skelett aufbauen können und nicht das eines anderen Volks bzw. eines durch eine Maschine hergestellt bekommen.

Naturwabenbau

3. Schwarmtrieb/Königinnenzucht

Die Königinnenzucht bietet uns die Möglichkeit bestimmte Eigenschaften wie Friedfertigkeit, Honigleistung und geringe Schwarmneigung, durch Züchtung gezielt zu kontrollieren. Hierfür werden aus einem Zuchtvolk Zuchtstoffe entnommen, welche bestimmten Anforderungen entsprechen und in ein Pflegevolk eingebracht, dass die Aufgabe hat die Königinnen aufzuziehen.
Bei der ökologischen Bienenhaltung basiert die Fortpflanzung bzw. Vermehrung auf dem natürlichen Schwarmtrieb. Bei dieser Variante ziehen sich die Bienen ihre eigene Königin heran und entscheiden eigenständig mit welcher Königin sie letztlich ein neues Volk/Bien gründen wollen. Biodiversität bedeutet, genetische Vielfalt bzw. Variation von Organismen zu fördern. Dies passiert, indem eine Bienen ihre eigene Selektion ausführt. Dadurch werden sie mit einem gestärkten Immunsystem bzw. gesteigerter Vitalität optimal an die Umweltgegebenheiten angepasst sein.

Schwarmtrieb

Woher kommt denn ökologisch?

Es gibt sehr viele Begriffe, welche eine nachhaltige Bienenhaltung und den respektvollen Umgang mit diesen Tieren beschreiben. So gibt es die Bezeichnungen wesensgerecht, wesensgemäß, biologisch, naturbelassen, naturgemäß oder naturnahe. Der Begriff “ökologisch” wird von uns verwendet, da er dem Mensch sehr gut vermittelt, was wir mit unserer MyHoneyLounge erreichen wollen.

Woher kommt denn ökologisch
myhoneylounge