Bienenbeuten, ein Überblick für Newcomer

Beschäftigt man sich mit der Haltung von Bienen macht man sich früher oder später auch Gedanken über die geeignete Unterbringung seiner eigenen Honigbienen. Bei der Vielfalt an den heutzutage angebotenen Beuten – so wird die Behausung der Bienen genannt – kann man ziemlich schnell den Überblick verlieren. Im folgenden Beutenvergleich erläutern wir Konzepte und Begrifflichkeiten die in Bezug auf eine Bienenbeute gemacht werden. Ebenfalls stellen wir verschiedene Baumformen dar. Eines sei zu Beginn bemerkt, Bienenbeuten werden immer heiß diskutiert und es gibt zahlreiche unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema.
Wir von MyHoneyLounge sind der Meinung, dass es nicht die eine universelle Beute gibt, sondern jeder Imker sich diese auf seine Bedürfnisse passend aussuchen sollte.

Magazinbeute

Die Magazinbeute stellt die klassische Beute in der konventionellen Imkerei dar. Diese Art von Bienehaus gibt es mit unterschiedlichen Rähmchenmaßen wie beispielsweise Dadant, Deutsch normal oder Zander), welche vorgeben, in welcher Größe die Biene ihre Waben bauen kann. Der Aufbau einer sog. Beute durch aufeinander gestapelte Module, welche auch Zargen genannt werden, erleichtert den Praxisalltag eines Imkers, vor allem wenn viele Beuten desselben Typs im Einsatz sind. Durch einen erhöhten Materialaufwand wird diese Beute nicht gerade platzsparend gelagert werden können.
Eine Magazinbeute ist für Menschen die nicht schwer Heben können eher ungeeignet. Eine ökologische Imkerei ist in einer Magazinbeute theoretisch möglich, zählt aber nicht zu den bevorzugten Beuten. Zusammengefasst gilt es zu sagen, dass durch relativ schwere Tragen der einzelnen Module und dem benötigten Materialaufwand die Benutzung der Magazinbeute eher ungeeignet ist für Hobbyimker. Die Magazinbeute passt sehr gut in das Vorhaben einer langfristig größeren oder erwerbsmäßigen Imkerei, welche auf konventionelles Imkern ausgelegt ist.

Bienenkiste

Die Bienenkiste kommt aus dem slowenischen Raum und stützt sich auf das Prinzip des Krainer Bauernstocks und diente überweigend der Wanderimkerei. Die Bienenkiste ist eine Beute, welche nach den Prinzipien des Mellifera e.V. und ihren wesensgemäßen Maßstäben ausgelegt wurde. Sie ist ein Stabilbau und hat keine herausnehmbaren Rähmchen. Um an sein Bienenvolk zu gelangen muss die Beute aufgestellt und nicht wie z. B. Magazinbeuten geöffnet werden. Durch die Weise der Öffnung werden die Beinen weniger vom Menschen gestört, ist aber auch für den Anwender komplizierter.
Die Bienenkiste besitzt die Eigenschaft einen schönen Blick auf das Bienenvolk als Ganzes zu zeigen. Durch den Stabilbau ist der tiefe Einblick in das Innere des Volkes leider nur bedingt möglich, was wiederum den Umgang mit möglichen Krankheiten sowie dem Schwärmen tendenziell erschwert.
Zusammenfassend gilt zu sagen, dass die Bienenkiste einem hohen Anspruch an eine wesensgemäße Bienenhaltung gerecht wird und einen schönen Blick auf ein Bienenvolk als Ganzes bietet. In Bezug auf Krankheiten wie die Varroakontrolle, die Schwarmbehandlung und die Honigernte wirkt sie unpraktisch und schränkt den Imker ein.

Einraumbeute

Die “Mellifera Einraumbeute” ist eine Trogbeute, welche von Mellifera e.V. nach wesensgemäßen Gesichtspunkten entwickelt wurde. Die Rähmchen liegen bei dieser Beutenform auf einer Ebene aneinandergereiht. Eine Einraumbeute bietet sich für ökologische als auch konventionelle Bienenhaltung an. Man arbeitet hier mit einem großen Rähmchenmaß, das es den Bienen ermöglicht, ein zusammenhängendes Brutnest zu bauen.
Nachteilig können die großen Rähmchen allerdings in Bezug auf Handling und Stabilität und Waben sein. Die Beute erlaubt eine Bienenhaltung ohne Heben, Tragen und Bücken, ist jedoch ist sie durch den sperrigen Umgang eher nicht für den platzsparenden Einsatz gedacht.
Zusammengefasst gilt zu sagen, dass die Einraumbeute durch den Deckel und der Anordnung der Rähmchen sehr einsteigerfreundlich ist. Die doch eher großen Rähmchen bieten den Bienen viel Platz für ihr Brutnest, sind allerdings im Handling etwas sperrig.

Bienenbox

Die BienenBox ist ebenfalls eine Trogbeute, die aus einer horizontalen Aneinanderreihung von Rähmchen besteht. Die Bienenhaltung ist aufgrund der auf einer Ebenen liegenden Bauweise sehr rückenfreundlich und mit relativ wenig Materialaufwand verbunden. Diese Beute wurde von Stadtbienen e.V. nach ökologischen Gesichtspunkten entwickelt. Sie besitzt im Gegensatz zu Bienenkiste eher kleine Rähmchen, die sich sehr gut für Anfänger eignen. Die Größe hat auf alle Fälle Vorteile beim Naturwabenbau, allerdings benötigt man so eine höhere Anzahl von Rähmchen, wodurch die Durchsicht einer Beute auch länger dauern kann. Die BienenBox ist durch ihre schlanke Form und den aufklappbaren Deckel tendenziell eher platzsparend und an verschiedenen Orten variabel einsetzbar.
Zusammenfassend bleibt gesagt, dass viele kleine Rähmchen eine Durchsicht etwas komplizierter und zeitaufwendiger erscheinen lassen. Der Vorteil der Handhabung liegt ganz klar beim Deckel und der Rähmchenanordnung auf einer Ebene.

Warrè Beute

Diese Beute ist eine Überlegung und Entwicklung des Franzosen Émile Warré, welcher einer der ökologischen Imkerpioniere war. Die Beute besteht aus zwei bis sieben Bauteilen, welche zu einem schmalen Turm nach dem Vorbild eines Baums zusammengestellt werden. Die Beute sollte aufgrund der geringen Auflagefläche zusätzlich gegen ein mögliches Umfallen gesichert werden. Die Bauteile der Warré Beute sind nicht so schwer wie bei einer Magazinbeute und lassen sich natürlich auch leichter verstauen. Warrés Technik arbeitet mit festen Waben, was die Kontrolle aufgrund von fehlendem Einblick fehlt und somit die Kontrolle erschwert. Dies erklärt sich wahrscheinlich dadurch, dass Warré zu seiner Zeit keine Probleme mit der Varroamilbe bzw. anderen Krankheiten hatte.
Zusammenfassend sei gesagt, dass die Warré Beute seinerzeit als „Volksbeute“ konzipiert worden ist, trotzdem ist sie vergleichsweise zu anderen Beuten durch die vielen Module, die unbeweglichen Waben und die erschwerte Varroabeobachtung und -behandlung eher unhandlich geworden.

Top Bar Hive

Auch die Top Bar Hive ist eine Trogbeute. Im Gegenzug zur Einraumbeute und BienenBox werden hier jedoch keine Rähmchen eingesetzt, sonder ausschließlich Oberträger eingelegt. An diesen Oberträger fangen die Bienen an ihre Waben zu bauen. Auch sollen diese nach unten spitz zulaufende Seitenwände verhindern, dass die Biene die Wabe mit der Innenwand der Beute verbinden. Die theoretische Überlegung funktioniert allerdings in der Praxis nicht immer so gut, Wabenrisse können hier die Folge sein. Da die Bienen ihre Waben nicht an die Seitenteilen von Rähmchen anbauen können, stellt sich der Umgang mit den Waben an den Oberträgern als sehr empfindlich dar. Die Top Bar Hive gibt es in unterschiedlichen Oberträgergrößen und wird vor dank ihres simplen Aufbaus bei Selbstbauer eingesetzt.
Zusammenfassend gilt, dass die Top Bar Hive durch ihren grundsätzlichen Aufbau benutzerfreundlich und für Selbstbauer sehr attraktiv ist. Durch die ausschließliche Benutzung eines Oberträgers als Wabenhalter ist ein Handling sehr feinfühlig, welches gerade für Imkeranfänger die Praxis erschweren kann.